Mehr als ein IT-Thema
Titelthema: SOA
Veröffentlicht von: IT-Director, 7-8/2007, S. 32
Im Gespräch mit Jens Dreger, Geschäftsführender Gesellschafter der DREGER Consulting GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, über Einsatzbereiche von SOA und die Optimierung von Geschäftsprozessen
IT-DIRECTOR: Welche Services bieten Sie im Bereich SOA an?
Jens Dreger: Für DREGER IT ist SOA ein strategisches IT- und Managementkonzept, dass bei der richtigen Umsetzung einem Unternehmen ermöglicht, seine Flexibilität, Effizienz und Effektivität zu steigern. Dabei sind die Ziele und Anforderungen des Unternehmens entscheidend.
Unser Ziel ist es, dem Kunden eine ganzheitliche Betreuung zu bieten, um so den Kunden nicht nur mit unserem IT-Fachwissen sondern auch strategisch-operativ zu begleiten. Das beginnt mit der Prüfung seiner Bedürfnisse und Infrastruktur, über Erstellung eines an die Kundenanforderungen angepassten Konzepts (SOA-Consulting) sowie Entwicklung (SOA-Development) und Implementierung von Lösungen (SOA-Implementation), IT-Sicherheitsmaßnahmen (SOA-Security) und Verwaltung (SOA-Goverment) bis hin zu Schulung der User, um so optimale Ergebnisse zu erreichen.
Als eine unserer eigenen Lösungen bieten wir unseren Kunden den D-BUSINESS® Portal Information Integrator an. Der D-BUSINESS Portal Information Integrator bietet eine intelligente Integration von IBM Lotus Notes Domino in die J2EE Architektur. Damit wird ein Dynamic Workplace geschaffen, der die Informationen und Datenbestände über eine gemeinsame Schnittstelle konsolidiert. Dadurch vereinheitlichen wir die Web-Oberfläche für alle Informationsquellen, verringern die administrativen Aufwände, steigern die Effizienz, Verfügbarkeit und Übersichtlichkeit von Informationen und Datenbestände des Unternehmens und verringern die Betriebskosten.
IT-DIRECTOR: Für welche Anwendungsbeispiele ist diese Architektur besonders gut geeignet?
Jens Dreger: Die Einsatzbereiche von SOA sind immer dann zu sehen, wenn Geschäftsprozesse optimiert werden sollen. Um den Einsatzbereich von SOA möglichst einfach zu erklären, stellen wir uns vor, dass auf der einen Seite ein User ist und auf der anderen Seite Daten und Services sind, die der User benötigt. Diese Daten und Services sind in verschiedenen Datenbanken hinterlegt, auf die der User einzeln zugreifen kann. SOA trägt dazu bei, dass alle Daten und Services auf einer einheitlichen Plattform zusammengefügt und dem User zur Verfügung gestellt werden.
Dabei muss der User nicht auf jede einzelne Datenbank zugreifen, sondern hat eine Oberfläche, an die die einzelnen Datenbanken angebunden sind und je nach Anfrage die richtige kontaktiert wird. Dabei stehen Flexibilität, Zeit- und Kostenersparnis, Bedienerfreundlichkeit und Transparenz im Vordergrund, so z. B. bei Reklamationshotline, Fakturierungs- und Bestellprozessen.
Ob SOA jedoch tatsächlich das Richtige für unsere Kunden ist hängt von verschiedenen Faktoren ab. Da die Einführung von SOA mit Investitionen verbunden ist, sehen wir es als unsere Aufgabe, den tatsächlichen Bedarf beim Kunden zu prüfen und ihn entsprechend zu beraten. Dabei gehen wir mit folgenden Fragen vor:
- Wie ist die Ist-Situation im Unternehmen?
- Was soll optimiert werden und welcher Nutzen soll mit der Einführung der neuen Architektur erreicht werden?
- Prüfung der technischen Möglichkeiten und Anforderungen
- Können mit der neuen Lösung die Geschäftsprozesse optimiert werden?
- Kann durch die neue Lösung die gewünschte Qualität und Wirtschaftlichkeit der Geschäftsunterstützung und somit der Unternehmenserfolg erreicht werden?
- Woran können die Vorteile der neuen Lösung gemessen werden und wie tragen wir zur richtigen Umsetzung und Nachhaltigkeit bei?
Erst nach einer erfolgreichen Prüfung und Beratung kann entschieden werden, ob SOA für das jeweilige Unternehmen geeignet ist. Da wir uns nicht nur als ein reines IT-Unternehmen sehen, sondern unsere Kunden strategisch-operativ langfristig begleiten wollen, ist es für uns von großer Bedeutung sowohl auf die Bedürfnisse der IT-Abteilung als auch auf die des Managements einzugehen.
IT-DIRECTOR: Ist der derzeitige Hype um SOA Ihrer Meinung nach gerechtfertigt?
Jens Dreger: SOA ist bereits seit längerem ein Thema in den Fachkreisen, das nun seit kurzem mit dem Begriff SOA versehen worden ist. Die Entwicklung hebt die Bedeutung der IT hervor, die durch die technische Geschäftsunterstützung entscheidend zum Erfolg eines Unternehmens beiträgt. Die Optimierung der Geschäftsprozesse spielt dabei eine zentrale Rolle, da nun der Unternehmenserfolg durch mehr Qualität und Wirtschaftlichkeit gesteigert wird.
Das trägt auch dazu bei, dass SOA-Projekte erfolgreich sind. Denn auch wenn die technische Umsetzung grundsätzlich kein Problem bereitet, stellen die organisatorischen Dinge größere Hindernisse dar. Die Einführung einer neuen Lösung muss vor allem durch das Management vorgelebt werden, denn ein neues System ist nur dadurch erfolgreich, dass es von den Usern gelebt wird.
IT-DIRECTOR: Was sind die wichtigsten Vorteile gegenüber bisherigen Softwarearchitekturen?
- Schnelle und zentrale Verwaltung
- Geschäftsfeldübergreifender Zugriff und Berichtsfähigkeit
- Einfach erweiterbar, somit Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an Veränderung, so z.B. neue Geschäftsprozesse
- Einbindung neuer und bereits vorhandener Lösungen – Wiederverwendbarkeit von bestehenden IT-Infrastruktur / Anwendungsbausteinen
- Einfache Einbindung neuer Services
- Zeit- und Kostenvorteile
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